inklusive Interaktion

Was nach der Inklusion kommt...

Dass Inklusion nicht längst Alltag ist, liegt nicht etwa daran, dass sie die Praxis von Kita, Schule oder Behindertenhilfe überfordern würde. Vielmehr hat sich unter dem Begriff der Inklusion heute ein Konvolut von Ideen, Visionen, Notwendigkeiten und Deutungen gesammelt, das den Begriff Inklusion faktisch nicht mehr definierbar macht. Das Fatale daran ist die damit einhergehende Stärkung aller Entwicklungen, die Inklusion nicht als konsequente Loslösung von einer weiteren Stigmatisierung von Menschen begreifen, sondern nur wieder einen Fokus auf jene Menschen richten, die sich außerhalb einer vermeintlichen Norm bzw. Normalität befänden.
Solange es nach wie vor Diagnosen von vermeintlichen Normabweichungen braucht, um etwa Personal- oder Sachkosten in für eine inklusive Aufstellung von pädagogischen Angeboten ausreichendem Maße zu generieren, ist noch nicht verstanden, dass es für das Erreichen einer ehrlichen Teilhabe aller solcher Etikettierungen nicht brauchen darf.

 

Plädoyer für eine Praxis inklusiver Interaktion

An die Stelle einer - zumal nicht konkret zu fassenden - Vorstellung von einem Zustand, in dem Menschen unabhängig ihrer Herkunft, Orientierung, Begabung oder körperlichen/seelischen Verfasstheit mehr oder weniger mit der Möglichkeit einer Teilhabe ausgestattet sind, muss die Vorstellung von der Gestaltung machtbalancierter Interaktionen treten, die dazu geeignet sind, Teilhabe für alle zu ermöglichen.